Dienstag, 24. Mai 2016

Wandern im Tal der Orchideen

Leutratal bei Jena
Rund 50 der 60 in Deutschland beheimateten Orchideen-Arten wachsen in Thüringen. Damit ist das Bundesland in der Mitte Deutschlands gerade in diesen Tagen ein beliebtes Reiseziel für Freunde dieser prachtvollen Pflanzen mit den außergewöhn-lichen farben- und formenreichen Blüten.

Die kleinsten Orchideenblüten sind nur einige Millimeter groß, die größten können bis zu 20 Zentimeter werden. Ob klein, ob groß - die Orchidee begeistert die Betrachter, fasziniert auf Grund ihrer Seltenheit und Einzigartigkeit und wird liebevoll als die „Königin der Blumen“ bezeichnet.

(Bild rechts: Weiße Waldhyazinthe im Leutratal)
Eine Wiese mit Frauenschuh-Orchideen gibt es in Kleinbreitenbach
Jedes Jahr sind es Hunderte, die mit und ohne Wanderführer auf vorgeschriebenen Pfaden in den Thüringer Orchideen-Gebieten unterwegs sind. Beispielsweise in Kleinbreitenbach im Ilmkreis, wo der Frauenschuh eine ganze Wiese bedeckt, am Mühlberg in Günserode im Kyffhäuserkreis, im Thüringer Burgenland „Drei Gleichen“, wo 18 verschiedene Orchideen-Arten auf den kalkhaltigen Böden gedeihen und im Leutratal bei Jena, wo die Natur verschwenderisch auf engstem Raum 27 Orchideen-Arten blühen lässt.

Das Leutratal bei Jena wurde wegen seines Orchideen-Reichtums schon 1937 unter Schutz gestellt. Die Thüringer Landesregierung hat das schutzwürdige Gebiet noch einmal vergrößert. 

Wenn die Orchideen blühen, kommen nicht nur aus Deutschland Besucher - auch in den Niederlanden hat das Leutratal einen guten Ruf. Großer Beliebtheit erfreuen  sich die fachkundigen Führungen, die jeweils samstags und sonntags, bis zum 12. Juni 2016, um 10 und 14 Uhr durchgeführt werden. Das NABU-Informationszentrum in  der Gemeinde Leutra ist der Treffpunkt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Knabenkraut. Fotografiert im Leutratal.
Bliebe noch anzumerken: Das Stibitzen von Orchideenpflanzen ist verboten. Orchideen stehen unter Naturschutz!  Darüberhinaus  benötigen sie zum Wachsen bestimmte Bodenpilze - wo diese „Helfer“ fehlen, können sie nicht gedeihen. Erfreuen wir uns doch weiterhin gemeinsam an diesen Schönheiten der Natur. Vielleicht sind Sie ja mal dabei, wenn es auf eine Orchideen-Wanderung irgendwo in Deutschland geht.
In der Nähe von Haarhausen in Richtung Arnstadt gibt es ein herrlich blühendes großes Wiesenstück mit wilden Orchideen.
Hier auf den Bergen gegenüber der Wachsenburg blüht
eine Orchideen-Gattung, die im Volksmund als  Knabenkraut bezeichnet wird.  
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Freitag, 13. Mai 2016

Wandertipp: zum Katzenberg, Ortsteil Kerspleben



Fahren Sie mit Straßenbahn und Bus in den Osten der Stadt, in den Ortsteil Kerspleben, und wandern Sie entlang der goldgelb leuchtenden, herrlich duftenden Rapsfelder zum Katzenberg (236 m). Ein befestigter, drei Kilometer langer, Weg führt Sie auf die Anhöhe gegenüber des nördlichen Dorfrandes. Gemütliche Bänke erwarten Sie zum Ausruhen, Picknicken und Genießen. Die fantastische Aussicht vom Katzenberg in alle Himmelsrichtungen ist wohl das Beste an der Wanderung.  


Seltene Pflanzen, Streuobstwiesen, Rehe und Hasen, hübsche Hohlwege sowie einen Imker mit seinen vier Bienenvölkern kann  man hier sehen und erleben. Es gibt ein paar Gärten und ein Wohnhaus dort sowie eine Hütte der Jagdgesellschaft. Alles im Einklang  mit der Natur, denn der Katzenberg ist Naturschutzgebiet.

Hier noch ein paar Bilder  von diesem hübschen Dorf und ein Tipp von mir:
Im Kersplebener Pfarrhaus wurde Geschichte geschrieben. Eine Tafel am Haus erinnert heute noch daran, dass dort 1757  Friedrich der Große, auch Friedrich II. oder Alter Fritz genannt, zehn Tage lang logierte. Im 1. Jahr des 7-jährigen Krieges (1756 - 1763) trat Friedrich II. mit seinem Preußischen Heer den Marsch gegen die Französische Armee nach Thüringen an. Die Armee bezog im Raum Erfurt Quartier und er selbst wohnte im Pfarrhaus in Kerspleben vom 17. bis 27. 9. 1757.  Ende September zog er dann mit seinem Heer weiter nach Norden und in Richtung Leipzig.

Im Zusammenhang mit diesem Ereignis muss man auch eine noch gut lesbare Handschrift sehen, die man sich in der Heilig-Geist-Kirche  neben dem Pfarrhaus ansehen kann. Sinngemäß steht darauf, dass das Regiment hier in der Kirche zum Abendmahl war.

Wegbeschreibung: Mit der Straßenbahn Nr. 2 in Richtung Ringelberg bis Marcel-Breuer-Ring, dann umsteigen in den Bus nach Kerspleben. In der Dorfmitte aussteigen und in nördlicher Richtung wandern.

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