Sonntag, 22. Oktober 2017

Zaun-Rostbratwurst-Imbiss an der A9 ist berühmt

Medien in aller Welt haben berichtet, wie Christina Wagner seit Jahren Thüringer Rostbratwürste, Kaffee und mehr über den Autobahnzaun am Parkplatz Rodaborn Autofahrern reicht. Sogar eine Glocke hängt am Zaun für die Reisenden.
Christina Wagner will nicht aufgeben. Sie hat vor Gericht verloren und soll nun 2.000 Euro Zwangsgeld zahlen. (Zum Rechtsstreit.) Doch sie verkauft weiter Snacks. Wagner sagt, freiwillig hört sie nicht auf, schließlich gehe es um ihre Existenz. Deshalb müsse man sie schon verhaften.
Fotos: KAHBOX.medien
Eingesperrt fühlt sie sich ohnehin schon lange: Denn die 54-Jährige sagt, als sie 2009 das verfallene Rasthaus Rodaborn gekauft hat, habe der Bund ihr zugesichert, dass Fußgänger von den Autobahnparkplätzen auf beiden Seiten zu ihr laufen könnten. Doch die Tore in den Parkplatzzäunen sind fest verschlossen. Lediglich Wanderer könnten zu ihrem Imbiss kommen. 

Allerdings steuern von denen nur sehr wenige den Imbiss an. 99 Prozent verkaufe sie über den Zaun an Autofahrer. Montags bis sonntags hat sie ab 10:30 Uhr geöffnet. Erst ab Mitte November will sie in die Winterpause. Und sie hofft auf ein Einlenken der Behörden. Sie will wenigstens eine Verkaufsluke im Zaun. Die wurde ihr versagt, aber aktuell läuft ein Widerspruch von Christina Wagner dagegen.
Denn sie will auch die Tradition fortsetzen: Rodaborn ist Deutschlands älteste Autobahnraststätte. Das Ausflugslokal war mit dem Bau der Autobahn 1936 dazu geworden.
Wir denken, da ist auch die Politik gefragt, denn irgendwie hat das ja auch im weitesten Sinn mit Kulturgeschichte zu tun. Eine solch historische Einrichtung einfach zum Dichtmachen zu verdonnern, ist wohl nicht der rechte Weg. Wenn wir uns richtig erinnern, hat sich die damalige Thüringer Ministerpräsidentin Christine Liebknecht (CDU) schon einmal dieser Sache angenommen, aber offensichtlich erfolglos.


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