Vom sozialistischen Schaufenster zum beliebten egapark: Eine neue Ausstellung im Deutschen Gartenbau-museum erzählt die wechselvolle Geschichte der Erfurter iga.
Erfurt blüht - und das seit Jahrzehnten. 1961 wurde auf dem Cyriaksberg die Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder, kurz iga, eröffnet. Millionen Menschen kamen nach Erfurt, um Blumen, Pflanzen, moderne Architek-tur und Gartenkunst zu bestaunen. Allein im ersten Jahr zählte die Ausstel-lung rund 3,5 Millionen Besucher. Doch die iga war mehr als eine Garten-schau. |
Sie sollte auch die Leistungsfähigkeit und Modernität der DDR präsentieren. Blumen und Gärten wurden zur politischen Bühne. Gleichzeitig war das Gelände für viele Erfurter ein beliebter Ort zum Spazierengehen, Feiern und Erholen. Das ist vielleicht der spannendste Teil der Geschichte. Die iga war gleichzeitig:
° internationale Leistungsschau des Gartenbaus / ° politische Selbstdarstellung der DDR / ° Ausbildung- und Lehrstätte / ° Park für Erholung und Freizeit / ° Veranstaltungsort mit Musik, Theater, Tanz und Kino / ° und ein beliebtes Ausflugsziel der Erfurter
Beim Aufbau der iga halfen Erfurter im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks mit. Insgesamt leisteten sie 364.000 freiwillige Arbeitsstunden. Ein besonderer Moment war 1970, als das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen zwischen Willy Brandt und Willi Stoph in Erfurt stattfand. Das iga-Geländer spielte damals eine Rolle bei der internationalen Pressebetreuung. Fotos: kahbox.de |
An diese spannende Geschichte erinnert die Ausstellung "iga*61.Die DDR durch die Blume" im Deutschen Gartenbaumuseum. Orginalobjekte, historische Dokumente und persönliche Erinnerungen zeigen, wie unterschiedlich die Menschen die iga erlebten.
Nach der Wiedervereinigung wurde aus der iga 1991 die ega, später der egapark. Mit der Bundesgartenschau 2021 wurde das historische Gelände umfassend saniert und neu in Szene gesetzt.
Zu sehen ist die Ausstellung dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr bis Mitte Juni 2027 im Deutschen Gartenbaumuseum https://gartenbaumuseum.de/ direkt im ega-Park. Auch im Winter ist geöffnet. Es gibt Führungen für Erwachsene und Schulklassen. Ergänzend werden Vorträge, Filme und florale Workshops angeboten.


















