Donnerstag, 10. August 2017

DerThüringer war auf Reisen und besuchte Mitteldeutschlands höchsten Berg

Der Volksmund nennt ihn Blocksberg und will wohl darauf anspielen, dass sich hier immer noch Hexen herumtreiben. Der Brocken (1141,2 m) im Hochharz im Nationalpark Harz gelegen, unweit von Wernigerode, ist eines der beliebtesten Ausflugsziele Deutschlands. Der Ort extremer Wetterbedingungen liegt oberhalb der natürlichen Waldgrenze. Sein Klima entspricht den alpinen Lagen in 1600 bis 2200 Meter Höhe. 
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Bei guten Sichtbedingungen kann man vom Brocken aus weit ins Land schauen.

Unter anderem sieht man den Petersberg bei Halle/Sa., den Großen Inselsberg im Thüringer Wald, das Rothaargebirge, die Rhön, das Weser- bergland und den Fichtelberg.

Aber wer das sehen will, der muss Glück haben, denn im Durchschnitt gibt es 306 Nebeltage auf dem Brocken. Der Brocken gilt als der nebelreichste Ort Europas. So ein Erlebnis muss wohl auch der Dichter Heinrich Heine gehabt haben, der angeblich 1824 ins Brocken-Gipfelbuch geschrieben haben soll: "Viele Steine, müde Beine, Aussichten keine, Heinrich Heine." Klingt lustig, aber belegt ist es nicht. Belegt ist allerdings, dass der Brocken mit jährlich zwei Millionen Besuchern Sachsen-Anhalts größter Touristenmagnet ist.
Als Student durchwanderte 1824 Heinrich Heine den Harz. Von Göttingen aus über den Brocken nach Isenburg führte sein Weg. Seine Eindrücke von dieser Tour schrieb er in seinem Buch "Die Harzreise".

Goethe besuchte erstmals am 10. Dezember 1777 den Brocken. Drei Mal war er insgesamt auf dem Berg, der auch sein Meisterwerk "Faust" (Wal- purgisfeier auf dem Brocken) prägte.

Die mit Dampfloks betriebene Brockenbahn ist zweifelsfrei ein Highlight für die vielen Brockenbesucher. Am 23. März 1899 fuhr der erste Zug von Schierke aus zum Brocken. Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 wurde allerdings der Personenverkehr eingestellt. Im Brockenbahnhof wurden Grenzsoldaten untergebracht und die Bergkuppe, von einer 3-Meter-Betonmauer umgeben,  galt als Sperrgebiet.
Sowjetische Soldaten und Stasi-Leute betrieben auf dem Brocken riesige Abhöranlagen, die in den Westen gerichtet waren. Erst nach der Wende wurde der Brocken wieder für jedermann zugänglich und die beliebte Brockenbahn nahm nach umfangreichen Erneuerungsarbeiten am 1. Juni 1992 wieder ihren Betrieb auf.
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                                              Wetterstation, Hotel, botanischer Garten, Gaststätte, den Bahnhof der Schalspurbahn, Sendeanlagen ein Museum sowie eine riesige Sonnenuhr findet man heute auf dem höchsten Berg Mitteldeutschlands.

Webcam zum höchsten Punkt des Brockens.  +++++  Webcam zum Bahnhof Brocken.

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